Im Zuge der Grundsteuerreform werden alle Eigentümer oder Miteigentümer von Grundstücken verpflichtet eine ganze Reihe von Angaben zu ihren Grundstücken oder Grundstücksanteilen bei der Finanzverwaltung zu machen. Dabei geht es, wie der Kreisvorsitzende der Senioren-Union Wetterau, Gerhard Bennemann, erklärt, nicht nur um die Größe und Adresse des Grundstückes. Es sind vielmehr auch die Wohnflächen und die sonstigen Nutzungsflächen aufzuschlüsseln. Das Land weist in seiner Checkliste zwar darauf hin, dass diese Angaben in den Bauunterlagen oder den Kaufverträgen stünden, das ist aber oftmals nicht der Fall. Wer vor 30 oder 40 Jahren Wohneigentum oder ein mit einem Wohnhaus bebautes Grundstück erworben hat, wird diese Angaben nicht so einfach finden. Gerade ältere Grundstückseigentümer werden diese Angaben nur schwer ermitteln können, denn wer weiß schon, welcher Anteil eines Balkon und welcher Anteil eines Dachgeschossraumes mit schräger Decke zur Wohnfläche gezählt wird. Das kann nur von Fachleuten berechnet werden.

Erschwerend kommt für die betroffenen älteren Eigentümer noch hinzu, dass die Finanzämter diese Daten nur elektronisch annehmen werden und dazu elektronische Konten in dem Datenverarbeitungsprogramm Elster angelegt werden müssen. Schon das wird viele Ältere vor erhebliche Probleme stellen, denn es handelt sich hier um ein mehrstufiges Anmeldeverfahren, für das Zertifikate angefordert und dann eingelesen werden müssen. Hierbei müssen nach Auffassung von Bennemann die Finanzämter, gegebenenfalls durch Sprechstunden in den verschiedenen Gemeinden helfen.

Die Senioren-Union fordert daneben die Städte und Gemeinden auf, insbesondere für die älteren Mitbürger hier unterstützend tätig zu werden. Die Gemeinden erheben die Grundsteuern, die ein wesentlicher Teil der Gemeindeeinnahmen darstellen. Sie haben daher ein großes Interesse daran, dass die Grundlagen der Steuererhebung richtig erfasst werden. Kreisvorsitzender Bennemann fordert daher, dass in den Gemeinden Beratungsstellen eingerichtet werden, so wie dies auch bei der Einführung der Gebühren für die Oberflächenentwässerung geschehen ist. Die Gemeinden verfügen über Kopien der Baugenehmigungen und haben daher Zugriff auf viele der erforderlichen Angaben. Nur mit solchen Unterstützungen kann es nach Meinung Bennemanns vermieden werden, dass die digitale Abkopplung vieler älterer Mitbürger zum Ende dieses Jahres wegen ihrer Überforderung bei der verlangten Mitwirkung zu Mahn- und Zwangsgeldverfahren gegen sie führt. Hier haben die letztlich von der Einnahme später profitierenden Gemeinden eine Fürsorgepflicht.

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