Als „mögliche Blaupause für viele Quartiere in der gesamten Bundesrepublik“ hat CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser anlässlich eines Ortstermins das Kalte-Nahwärme-Projekt der Stadtwerke im Neubaugebiet Bad Nauheim Süd gewürdigt: „Diese klimaschonende Wärmeversorgung ist wegweisend.“ Bei einem Besuch machte Häuser sich ein Bild vom aktuellen Stand des Projekts, das er in seiner Amtszeit als Bad Nauheimer Bürgermeister unterzeichnet, auf den Weg gebracht und am Anfang aktiv begleitet hat.

Mehr als die Hälfte der avisierten Wärmepumpen sind in Bad Nauheim Süd jetzt schon installiert. Seit zwei Jahren wird auf dem Gelände gebaut. Insgesamt 400 Wohneinheiten werden am Ende einen eigenen Stadtteil bilden und 1200 Menschen Platz bieten. Klimatisiert werden die dem Projekt angeschlossenen Wohneinheiten über die so genannte Kalte Nahwärme. Dafür wurde ein Erdwärmekollektor im Boden verlegt; mit 22.000 Quadratmetern ist er der bislang größte in Deutschland.

Mithilfe so genannter Boden-Klima-Tauscher entzieht der Bad Nauheimer Erdwärmekollektor dem Erdreich Wärme aus einer Tiefe von eineinhalb sowie von drei Metern. Über Leitungen wird die in einer Flüssigkeit gebundene Wärme zu den einzelnen Gebäuden transportiert und dort mit hocheffizienten Wärmepumpen von etwa 10 Grad Celsius auf 55 Grad Celsius für das Trinkwarmwasser sowie auf 35 Grad Celsius für die Fußbodenheizung erhöht. Im Sommer funktioniert das System umgekehrt: Statt zu heizen, können die Gebäude auf natürliche Weise gekühlt werden. „Die Naturkühlung wird sehr wertgeschätzt von den Bewohnern“, versicherte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim, Dr. Thorsten Reichel.

„In Bad Nauheim Süd wird beispielhaft gezeigt, wie eine innovative, CO2-neutrale Wärmelösung funktionieren kann. Sie kann zur Blaupause für viele Quartiere in der ganzen Bundesrepublik werden“, zeigte sich Häuser im Gespräch mit Dr. Reichel überzeugt. Sich häufende Extremwetterlagen wie zuletzt die katastrophalen Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz machten deutlich, dass der Klimawandel längst in vollem Gange sei und auch die gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas tangiere. „Als Antwort auf diese dramatische Entwicklung brauchen wir ganz dringend klimaneutrale Wärmeversorgungen. Sie sind ein wichtiges Modul für das Gelingen der Energiewende und eine nachhaltige Energiezukunft“, betonte Häuser.

„Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von hoher Relevanz. Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels ist es umso entscheidender, dass funktionierende Konzepte Schule machen“, fügte Dr. Reichel an. Nicht zuletzt diverse Auszeichnungen in den vergangenen Wochen zeigten, dass das Kalte-Nahwärme-Projekt der Stadtwerke Bad Nauheim die Zukunft sei. „Die Notwendigkeit des Klimaschutzes kommt bei immer mehr Menschen an. Das spüren wir hier“, erläuterte Dr. Reichel und verwies auf die hohe Anschlussrate von über 90 Prozent in Bad Nauheim Süd.

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