Unwetterereignisse, die Corona-Pandemie, eine mögliche Gasmangellage oder die derzeitige Energiekrise: Der Wetterauer Zivil- und Katastrophenschutz ist in den vergangenen Jahren mehr denn je gefordert. Um bestmögliche Voraussetzungen für die wichtige Arbeit der Einsatzkräfte zu schaffen, will der Wetteraukreis einen ehemaligen Baumarkt in Büdingen erwerben, um dort ein neues Zentrum für den Zivil- und Katastrophenschutz zu schaffen. Vor allem sollen die bisherigen Lagerflächen, die sich im ganzen Kreisgebiet verteilt befinden, dort zentralisiert werden. Überrascht zeigt sich die CDU-Fraktion im Wetterauer Kreistag nun darüber, dass sich FDP und FWG mit ganzer Kraft gegen den Kauf der Halle samt Grundstück in Büdingen sperren.

„Indem FDP und FWG das Katastrophenschutzzentrum ablehnen, stellen sie sich klar gegen eine Stärkung der östlichen Wetterau und der Stadt Büdingen. Denn wie beide Fraktionen genau wissen, könnte die Außenfläche des alten Baumarktes während des geplanten Ausbaus der Kreisverwaltung in Büdingen als notwendige Interimsfläche dienen”, fasst CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Wysocki zusammen.

Bedauerlich sei auch, dass die FDP ihre pauschale Ablehnung schon per Pressemitteilung kundgetan habe, bevor die Thematik überhaupt im Ausschuss diskutiert wurde: „Das zeigt, dass das Interesse an sachlichen Argumenten und einer offenen Debatte nicht sonderlich groß ist. Die im Ausschuss präsentierten Fakten und Gutachten bestätigen, dass der Kauf wohlüberlegt und sinnvoll ist – auch in finanzieller Hinsicht”, so Wysocki.

Behauptung ohne Sachkenntnis

Auf scharfe Kritik in der CDU-Fraktion stößt auch die in der Presse zitierte Behauptung von FWG-Fraktionschef Erich Spamer, der Kreis wolle den Baumarkt insgeheim nutzen, um dauerhaft geflüchtete Menschen unterzubringen: „Dass Herr Spamer auf einer Bürgerversammlung ohne Sachkenntnis derartige Behauptungen streut, um die Menschen gegen das Projekt aufzubringen, ist schon ein starkes Stück”, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzender Oliver von Massow. Richtig sei vielmehr, dass das Gebäude samt Grundstück im Katastrophenfall als sogenannter „Betreuungsplatz 500” genutzt werden könnte – beispielsweise, um nach einem Unwetter oder bei einer Evakuierung kurzfristig und für wenige Tage 500 Menschen versorgen zu können. „Die Stadt Büdingen musste Anfang 2021 selbst ein schlimmes Hochwasser erleben. Wie Herr Spamer als ehemaliger Büdinger Bürgermeister so wenig Verständnis für die Notwendigkeit eines Katastrophenschutzzentrums in der östlichen Wetterau haben kann, bleibt uns ein Rätsel”, so von Massow.

Der Wetteraukreis müsse sich auch in Zukunft so krisenfest wie möglich aufstellen. Dazu gehören aus Sicht der CDU-Fraktion gute Bedingungen für die Arbeit der Wetterauer Katastrophenschützer. „Deshalb sprechen wir uns klar für den Kauf des alten Baumarktes in Büdingen aus”, so Wysocki und von Massow.

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