Was kann der Wetteraukreis für den Klimaschutz tun? Mit dieser Fragestellung gab der Kreistag auf Initiative der Koalition aus CDU und SPD im April 2018 der Verwaltung den Auftrag, das Klimaschutzkonzept des Wetteraukreises fortzuschreiben. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, mindestens 55 Prozent der CO2-Emissionen in kreiseigenen Liegenschaften gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden der Koalition Sebastian Wysocki (CDU) und Christine Jäger (SPD).

Anhand eines Maßnahmenkatalogs hat der Kreisausschuss nun Vorschläge für den Einsatz regenerativer Energien, energetische Sanierungen, Heizungsmodernisierungen sowie den effizienten Einsatz von Beleuchtungstechnik und Elektrofahrzeugen im Wetteraukreis vorgelegt. „Mit dem nun vorliegenden Konzept haben wir den Klimaschutz im Wetteraukreis auf eine breite fachliche Basis gestellt. Die ambitionierten Klimaschutzziele der Verwaltung ergänzen wir mit einem Änderungsantrag noch um zwei weitere Ziele, um dem Ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen“, sagen Wysocki und Jäger.

So beantragt die Koalition für die Kreistagssitzung am 23. September, dass durch geeignete Maßnahmen die Nutzer der kreiseigenen Gebäude kontinuierlich sensibilisiert werden sollen, Energie einzusparen. Weiter soll der Wetteraukreis Beispiele aus den umgesetzten Maßnahmen veröffentlichen, um für die Klimaschutzziele weiter zu sensibilisieren.

Für das nun vorliegende Konzept wurden mit Hilfe eines fachkundigen Ingenieurbüros 28 geeignete Gebäude des Wetteraukreises hinsichtlich Bauphysik, Wärmeerzeugung und Beleuchtung analysiert, um daraus Sanierungsempfehlungen abzuleiten. Folgende Ziele sollen künftig bei kreiseigenen Gebäuden erreicht werden: Neu errichtete Gebäude müssen der aktuellen Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz genügen. Bei energetischen Sanierungen ist ein Heiz-Energieverbrauch von nicht mehr als 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angestrebt. Bei der Modernisierung von Heizungen und Beleuchtungen und in Neubauten ist das entsprechende Heizungs- bzw. Beleuchtungskonzept in der jeweiligen Fassung anzuwenden. Bei Neubauten und Dachsanierungen wird der Einsatz von Photovoltaikanlagen geprüft, wobei auf den größtmöglichen Eigenverbrauch in den jeweiligen Gebäuden zu achten ist. Weiterhin soll bei Neubauten und Sanierungen der Einsatz von innovativer Technik zum Klimaschutz geprüft werden. Der Fuhrpark der Kreisverwaltung soll in Abhängigkeit von der weiteren technischen Entwicklung und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte schrittweise auf alternative Antriebssysteme umgestellt werden. Die Maßnahmen für die ausgewählten 28 kreiseigenen Gebäude sollen bis Ende 2026 umgesetzt sein. Zudem soll weiterhin alle zwei Jahre ein Klimaschutzbericht erstellt werden, der alle kreiseigenen Liegenschaften berücksichtigt. Das sind immerhin mehr als 400 Gebäude in 88 Schulen und Gemeinschaftsunterkünften, zudem kommen die Verwaltungsgebäude in Friedberg und Büdingen hinzu.

„Unsere zehn Klimaschutzziele sind ehrgeizig. Insbesondere der menschliche Faktor spielt beim Energieverbrauch eine große Rolle. Deshalb glauben wir, dass unsere Änderungsanträge dem Konzept den letzten Schliff geben, damit es ein richtiges Gutes wird“, so Wysocki und Jäger abschließend.

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