In vierter Generation seit 1905 führt Bäckermeister und Konditor Tobias Ulrich das in Dorheim ansässige Familienunternehmen, hat es seit der Übernahme 2010 auf einen Betrieb mit zwei weiteren Filialen in Assenheim und Wohnbach und mehr als 40 Beschäftigten ausgebaut. Beim Besuch von CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser, der von Bürgermeister Dirk Antkowiak und CDU-Vorstandsmitglied Dieter Olthoff begleitet wurde, kamen mehrere Themen zur Sprache. Eines davon war besonders dringlich: das monatelange Warten auf Ausgleichszahlungen nach angeordneter Quarantäne, das ihn in finanzielle Engpässe brachte.

Als Tobias Ulrich im Spätherbst 2020 erst positiv auf Corona getestet wurde und schnell dann auch erkrankte, wurde der gesamte Betrieb auf Anordnung des Wetterauer Gesundheitsamtes für zwei Wochen in Quarantäne geschickt. „Das war ein schwerer Schlag, aber ich habe eingesehen, es musste sein“, erinnert sich Ulrich. Während der ersten Stunden war er abgelenkt: Mitarbeiter*innen informieren, Lieferanten Bescheid geben, Großkunden absagen. Danach kam die Frage: Wie wird es weitergehen?

Wirklich große Sorgen machte sich Ulrich zunächst nicht, hatte man ihm doch versichert, bei einer behördlich angeordneten Quarantäne werde das zuständige Regierungspräsidium auf Antrag Ausgleichszahlungen für Löhne und Gehälter leisten. Nach sechs Monaten allerdings ist die Geduld des Bäckermeisters am Ende: „Ich habe alle Anträge pünktlich gestellt, und jetzt warte ich immer noch auf die 17.000 Euro. Beim RP heißt es, wir sind überlastet. Verstehe ich alles, aber das hilft mir nicht“, formuliert er seine Beschwerde über eine Bürokratie, die ihren eigenen Erfordernissen in angemessener Zeit nicht mehr gerecht werde.

Eine „absolut treue Stammkundschaft“ und gute Freunde haben ihn über Wasser gehalten – nach seiner Einschätzung ein Beweis für die besonders enge Einbindung seines Betriebs in die Region. An sieben Tagen wöchentlich wird in der aus dem Verkaufsraum einsehbaren Backstube in Dorheim frisch gebacken, großteils in Handarbeit und mit hochwertigen Zutaten möglichst regionaler Herkunft. So bezieht die Bäckerei ihr Mehl aus der Philippi-Mühle in Büdesheim, einem Familienunternehmen, das ausschließlich Getreide aus regionalem Anbau mahlt.

Verstört hat Ulrich die den langwierigen Prüfprozessen im Regierungspräsidium Darmstadt zu Grunde liegende Einstellung, bei jedem Antragsteller könne es sich um einen potenziellen Betrüger handeln. „Sicher gibt es überall schwarze Schafe, aber die stellen doch kaum die Mehrheit“, ist er überzeugt. Häuser teilte diese Meinung insofern, als in seinem Fall die Quarantäne behördlich angeordnet gewesen sei und dementsprechend eigentlich nicht hätte prinzipiell in Frage gestellt und langwierig überprüft zu werden brauchen. Er hoffe, so Häuser abschließend, dass die ausstehende Zahlung sich nicht mehr allzu lange verzögern werde.

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