Zu viele Reglementierungen für Dokumentationen und Zertifizierungen, Chancen und Nutzen der Direktvermarktung, unterschiedliche Interpretationen des Begriffs „regional“, zeitgemäße Tierhaltung – beim Besuch des CDU-Bundestagskandidaten Armin Häuser auf dem Dorheimer Hof „Veiths Eierpott“ gab es eine ganze Reihe aktueller Themen zu diskutieren. Andreas und Sandra Veith, die den Hof seit 2009 führen, ließen gemeinsam mit ihrem Sohn Lukas den CDU-Kandidaten einen Blick hinter die Kulissen des Familienbetriebs werfen.

Zu dem Hof, den Andreas Veith von seinen Eltern übernommen hat und auf dessen Übernahme sich Sohn Lukas derzeit mit einer Landwirtschaftsausbildung vorbereitet, gehören 50 Hektar Land, auf dem vor allem Weizen und Zuckerrüben, aber auch – ganz neu – Kartoffeln und Gemüse für den Verkauf angebaut werden. 2016 kam Andreas Veith auf die Idee, Hühner zu halten. Anstatt eines großen Hühnerstalls schaffte er zunächst ein „Hühner-Mobil“ für 240 Hühner an. Mittlerweile verfügt sein Hof über fünf dieser Mobile, die mit jeweils zwischen 240 und 440 Hennen sowie zehn Hähnen besetzt sind.

Tagsüber können die Hühner auf einer Fläche von rund einem Hektar herumlaufen, abends gehen sie dann ins Hühnermobil, um vor Raubtieren wie dem Fuchs geschützt zu sein. Alle 10 bis 14 Tage werden die Mobile an einen anderen Platz umgesetzt. „Damit gewährleisten wir, dass die Tiere immer auf frischem Gras stehen können. Krankheitserreger oder Krankheiten übertragende Insekten haben so keine Chance sich zu vermehren“, erläutert Andreas Veith. Neben den besseren Lebensbedingungen für die Tiere komme diese Form der Haltung auch dem Landwirt zu Gute. Flächen, die für den Anbau von Gemüse oder Getreide ungeeignet seien, könnten so noch einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.

„Das Hühnermobil ist eine sehr innovative Idee, da sie die Vorteile aus der Haltung im Stall und der Freilandhaltung vereint“, zeigte sich Armin Häuser beeindruckt. Er begutachtete die Hühnermobile von außen und innen und von außen und griff auch beherzt zu, als Andreas Veith ihm eine Henne in die Hand drückte, die aber schon nach kurzer Zeit wieder in ihre relative Freiheit entlassen wurde.

Ein wesentliches Standbein des Hofes ist die Vermarktung unter anderem von Eiern, selbstgemachten Nudeln und Marmelade; zusätzlich werden Fleisch, Wurst und Eis anderer Direktvermarkter angeboten. Beim Rundgang durch Hofladen, Nudelherstellung und Eiersortierung wusste die gelernte Bankkauffrau Sandra Veith, die sich mit dem Hofladen einen Traum erfüllt hat, lebhaft über die Schattenseiten ihrer Tätigkeit zu berichten.

So seien die bürokratischen Anforderungen etwa bei der EU-Zertifizierung ihrer Nudelprodukte nur mit immensem Aufwand zu bewältigen. Ebenso sehr, wie ihnen selbst der respektvolle Umgang mit ihren Produkten am Herzen liege, seien manche Kunden der Natur so weit entfremdet, dass sie auf das jahreszeitbedingte Nichtvorhandensein mancher Lebensmittel im Hofladen mit großem Unverständnis reagierten. Ausgeglichen werde dies durch die Dankbarkeit vieler Kunden; insbesondere während der Hochsaison der Pandemie hätten die Kunden wegen des hohen Andrangs vor dem Hofladen Schlange gestanden.

Armin Häuser lobte Andreas und Sandra Veith für ihre Kreativität, ihren unternehmerischen Mut und die offensichtliche, sehr hohe Identifikation mit ihrer Arbeit und ihren Produkten. „Mit der Direktvermarktung haben Sie die Zeichen der Zeit erkannt, und nicht zuletzt Corona hat uns vor Augen geführt, welche ganz unterschiedlichen großen Vorteile kurze Lieferwege für uns alle haben, für Mensch, Tier und Natur“, betonte Häuser.

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