Echzell/Wetteraukreis. Überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel, Kritik an der Impf-Priorisierung: Geschäftsführer Alexander Repp hatte – auch in seiner Funktion als Landesinnungs- und Obermeister – einiges auf Lager, als CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser den familiengeführten Metallgestaltungs- und Schlossereibetrieb in Echzell besuchte. Begleitet wurde Häuser vom stellvertretenden Echzeller CDU-Vorsitzenden und Ersten Beigeordneten der Gemeinde, Dr. Jochen Degkwitz, und von Vorstandsmitglied Karl-Heinz Walter, ebenfalls Beigeordneter im Gemeindevorstand.

Drei mächtige Stahlrahmen für Balkone füllten am Tag des Besuchs die Halle des 1972 in Reichelsheim-Weckesheim gegründeten und seit 1995 in Echzell beheimateten Betriebes. „Hier sehen Sie, warum wir uns für einen Umzug entschieden haben“, erläuterte Repp. Auf dem in Wölfersheim-Berstadt erworbenen Gelände plant er eine Halle, deren Größe dem des jetzigen Betriebsgeländes entspricht. In Echzell selbst habe man lange vergeblich nach einem geeigneten Areal Ausschau gehalten.

Von kleinen Anfängen mit nur einem Auszubildenden haben Firmengründer Klaus Repp und nun sein Sohn Alexander in knapp 50 Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das mit aktuell 32 Mitarbeiter*innen einen Kundenstamm weit über die Grenzen des Wetteraukreises hinaus bedient.

Europaweite Ausschreibungen und die überbordende Bürokratie mit ständig wachsenden Nachweis- und Dokumentationspflichten bereiten allerdings auch Repp immer wieder Probleme. „Mit unserer Größe können wir es uns leisten, dass eine Mitarbeiterin sich komplett aus dem operativen Tagesgeschäft herauszieht und nur Formulare ausfüllt“, betonte der Geschäftsführer und kritisierte, dass Handwerksmeister mit zwei oder drei Angestellten „da weniger Chancen haben, die Bürokratieberge neben dem normalen Tagesgeschäft zu bewältigen“. Mittel- und langfristig könne dies das Aus für kleine Betriebe bedeuten. Ein Bürokratieabbau auch auf diesem Sektor sei dringend geboten, forderte Repp und stieß damit bei Armin Häuser auf viel Verständnis.

Kritik übte er an Organisation und Ablauf der Corona-Hilfen. Der Betrieb selbst habe letztlich keine Auftragseinbrüche zu verzeichnen gehabt und deshalb auch das ursprünglich vorsorglich beantragte Kurzarbeitergeld („Im März 2020 wusste ja keiner, was kommt“) nicht in Anspruch genommen. Bei der Bearbeitung der Anträge seien allerdings Verzögerungen eingetreten, die im Ernstfall dramatische Konsequenzen zur Folge gehabt hätten.

Im Auftrag von Innungskollegen und anderen Handwerksbetrieben stellte Repp die Richtigkeit der Corona-Impf-Priorisierung in Frage. Viele Handwerker, die ja auch ständig in Kundenkontakt stünden, fragten sich, warum man nicht – wie beispielsweise in China – zuerst die Berufstätigen geimpft habe. Armin Häuser hielt dem entgegen, dass der Schutz der Schwachen – in dem Fall insbesondere der durch schwere Krankheitsverläufe extrem gefährdeten älteren Menschen – in einer sozialen, humanitären Gesellschaft Vorrang haben müsse.

Häuser räumte ein, dass Covid 19 den Staat vor eine gewaltige Herausforderung gestellt habe. Die im Umgang mit der Pandemie vorgekommenen Fehler dürften jedoch nicht überlagern, „dass die Bewältigung der Krise unter dem Strich erfolgreich war, auch dank des Umstands, dass in nur einem Jahr gleich drei Unternehmen brauchbare und sichere Impfstoffe entwickelt haben. Allein das ist ein Wunder, für das wir dankbar sein sollten“, betonte er.

Abschließend warb Repp, der aktuell sieben Auszubildende hat und in der Regel alle Auszubildenden übernimmt, für ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen liegt: die bessere Einbindung der Ausbildungsbetriebe im Handwerk in die Vorbereitung der Haupt- und Realschul-Abgangsklassen auf ihre Berufswahl. „Wir kommen kaum an die Jugendlichen ran, um sie für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Hier würde ich mir mehr Kontakt- und Informationsmöglichkeiten wünschen, wenn die Pandemieauflagen sich verändern. Dem beklagten Fachkräftemangel können wir nur entgegenwirken, indem wir ausbilden“, erklärte er. Armin Häuser versprach, dieses Anliegen an geeigneter Stelle vorzubringen.

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