Die krisenbedingte Erschütterung einer ganzen Branche war eines der Themen anlässlich des Besuchs von CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser beim Veranstaltungsdienstleister Party Rent in Ober-Mörlen. Empfangen wurden Häuser und seine Begleiter Gottlieb Burk (CDU-Vorsitzender Ober-Mörlen), Erster Beigeordneter Nico Weckler sowie Raif Toma (Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion/MIT Wetterau) von Geschäftsführer Christian Eichenberger.

Seit der Gründung 1992 in Nordrhein-Westfalen mit 200 Gläsern und Tellern, 50 Bierzeltgarnituren und 200 Polsterstühlen und der Entscheidung für ein Lizenzunternehmermodell als Basis des strategischen Wachstums 2001 hat sich Party Rent zum bedeutenden Eventausstatter entwickelt. An den inhabergeführten Standorten in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und Skandinavien engagieren sich selbstständige Unternehmer. Eichenberger hob in diesem Kontext die unkomplizierte Unterstützung durch den damaligen Bürgermeister Sigbert Steffens bei der Ansiedlung hervor: „Er hat uns sehr geholfen, das war vorbildlich!“

„Wir sind dezentral organisiert und in nahezu jedem Ballungszentrum vertreten. So können wir jederzeit mit kurzen Wegen flexibel und zuverlässig agieren“, erläuterte Christian Eichenberger das Geschäftsmodell. Vermietet wird hochwertiges Event-Equipment einschließlich ganzer Küchen und der anschließenden Reinigung des gesamten Materials. Damit werden unter anderem Caterer, Hotels, aber auch private Gastgeber beliefert. Besonderer Schwerpunkt des Unternehmens ist die Entwicklung ganzheitlicher Ausstattungskonzepte für das individuelle Flair einzelner Veranstaltungen.

Bis zum Frühjahr 2020 arbeiteten an den 24 Party-Rent-Standorten 950 Mitarbeiter*innen, in Deutschland war die Veranstaltungsbranche mit 130 Milliarden Euro Umsatz jährlich der sechstgrößte Wirtschaftszweig. 88 Prozent der – auch von Party Rent ausgestatteten – Events drehten sich um das so genannte Live Marketing neuer Produkte vor allem in den Bereichen Automobil und Maschinenbau, fünf Prozent betrafen kulturelle und ein Prozent sportliche Veranstaltungen.

Corona hat die gesamte Branche schwer gebeutelt. „Wir hatten bis zu 95 Prozent Umsatzeinbußen, aktuell liegen wir immer noch bei minus 85 Prozent. Party Rent musste einen hohen Anteil Eigenkapital opfern, aber auch das ist irgendwann erschöpft“, erläuterte Eichenberger. Am Standort Ober-Mörlen beschäftigte er 180 Vollzeitkräfte, von denen noch 110 bei ihm sind: „Viele sind in andere Branchen, zum Beispiel in den Bau, gewechselt.“

Eichenberger ist Mitbegründer und aktuell 2. Vorsitzender der Initiative „Alarmstufe Rot e.V.“, die 2020 Hilfen für die Veranstaltungswirtschaft einforderte und tatsächlich die Berücksichtigung der Branche bei den Überbrückungshilfen erreichte. Nun setzt sich die Initiative ein für eine weitere Corona-Zulage für Mitarbeiter*innen in Höhe von 1500 Euro und wünscht sich außerdem analog zum US-amerikanischen Wiederaufbauprogramm für das Nachkriegseuropa einen „Marshallplan für die Veranstaltungswirtschaft“ nach Corona.

Zur Sprache kamen bei dem Besuch auch Corona-unabhängige Infrastrukturprobleme. Unter anderem wünscht sich Christian Eichenberger für sein Unternehmen eine bessere, nicht durch die Ortslage führende Anbindung an die Autobahn, „zum Beispiel durch eine legale Zufahrt über die Raststätte Wetterau“. Er würde auch gerne selbst in direkter Umgebung der Niederlassung bezahlbare Wohnungen bauen bzw. bewirtschaften, „was für unsere Mitarbeiter*innen beispielsweise aus dem Vogelsberg angesichts der nachts oder am Wochenende liegenden Arbeitszeiten ein echter Mehrwert wäre“. Dies würde aus seiner Sicht auch die Personalgewinnung erheblich erleichtern.

Armin Häuser zeigte sich beeindruckt zum einen von dem bei Party Rent vorgehaltenen umfassenden Angebot an Eventausstattung und Gestaltungsideen, aber auch von-dem „Optimismus und Durchhaltevermögen“, mit dem Eichenberger die Corona-Krise trotz der katastrophalen Umstände bisher angegangen sei: „Ich freue mich, dass Ihr Engagement für die Durchsetzung der Überbrückungshilfen erfolgreich war, und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Ausdauer.“

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