Eine plötzlich auftretende Allergie – nach einem Jahr vielleicht nicht mehr allzu wahrscheinlich, aber dennoch eine öfters gehörte Begründung dafür, warum der während der Pandemie angeschaffte Familienhund nun doch wieder abgegeben werden muss. Über dieses und andere Alltagsprobleme im Tierheim Wetterau, aber auch über den immensen Sanierungsbedarf der Quarantänestation informierte sich CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser gemeinsam mit Landrat Jan Weckler, Kreisbeigeordnetem Matthias Walther und einigen Vertretern der CDU-Kreistagsfraktion bei Heiko Färber, dem Vorsitzenden des Trägervereins Tierheim Wetterau e.V.

„Wir merken es, dass das Pandemiegeschehen nachlässt: die Zahl der Hunde, die abgegeben werden, hat sich in den letzten beiden Wochen verdoppelt“, erläuterte Färber. Seine vier hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, allesamt ausgebildete Fachkräfte, die Auszubildende und ihn selbst stellt eine solche Abgabe vor ein Dilemma. Aufgabe des 1971 gegründeten Tierheims Wetterau ist die Aufnahme von Fundtieren oder von Tieren, die durch Polizei oder Veterinäramt beschlagnahmt wurden. Dafür zahlen die 22 Wetterauer Kommunen, die dem Verein angeschlossen sind, eine Umlage, die zusammen mit dem Spendenaufkommen von etwa 40.000 Euro jährlich zur Finanzierung des Betriebs gerade ausreicht.

„Für die Tiere, die sie selbst zu sich geholt haben, sind grundsätzlich und ausschließlich die Eigentümer verantwortlich“, betonte Färber – wohl wissend, dass die strikte Befolgung dieser Regel manchem Hund oder Kaninchen ein wesentlich dramatischeres Schicksal zu teil werden ließe als „nur“ den Verlust des bisherigen Zuhauses. Also ist oft Abwägen angesagt, zumindest soweit der Platz reicht. Mit derzeit 20 Hunden sind die Boxen gut besetzt. Muss – etwa nach einer Beschlagnahmung – eine größere Anzahl Tiere aufgenommen werden, kooperiert das Tierheim Wetterau mit Einrichtungen in Nachbarkreisen, die sich umgekehrt im Bedarfsfall ihrerseits auf Hilfe in Rödgen verlassen können.

Limitiert wird die Aufnahmemöglichkeit des Tierheims schon durch die Zahl der Quarantäneplätze. Acht gibt es, und mehr einzurichten, hält Heiko Färber nicht für sinnvoll. „Es ist zu teuer, 20 Quarantäneplätze vorzuhalten, von denen zwei Drittel die meiste Zeit im Jahr leer stehen“, meinte er und erntete dafür zustimmendes Nicken bei seinen Besuchern. Seit der Eröffnung der Wildtierauffangstation vor 20 Jahren ist auch der Kreis an der Finanzierung des Tierheims beteiligt.

Unabhängig von der Zahl der Plätze: Der seit Jahren bekannte Sanierungsbedarf des im Sumpfgebiet seitlich der Wetter stehenden und chronisch feuchten Quarantänebaus wurde von den Besuchern nach Ortsbesichtigung unwidersprochen anerkannt. 2022 wolle man die Frage einer Lösung angehen, informierte Färber. Ebenso wie seine Besucher bewertet er derzeit einen Neubau als die letztlich wirtschaftlichste Variante. Über die Finanzierung, darin waren sich Gäste und Gastgeber einig, werde man dann zu verhandeln haben.

Beim Verlassen des Grundstücks konnte sich Armin Häuser von der positiven Wirkung einer Verpachtung überzeugen, die er in seiner Zeit als Bad Nauheimer Bürgermeister in die Wege geleitet hatte: Auf dem Gelände, das dem Tierheim seither überlassen ist, können sich die Hunde mehrere Stunden am Tag nach Herzenslust austoben.

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