Wetteraukreis. Als „abscheulich“ hat CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser den derzeit erneut allgegenwärtigen Antisemitismus gebrandmarkt. In Deutschland lebten glücklicherweise wieder viele Deutsche jüdischen Glaubens; in Bad Nauheim befinde sich eine von nur drei Synagogen auf deutschem Boden, die den Terror der Reichspogromnacht 1938 überstanden hätten. Die moderne jüdische Gemeinde Bad Nauheim prosperiere und floriere. „Wenn Deutsche jüdischen Glaubens auf der Straße und im Netz Hass und Hetze erleben, ist das für uns alle schmerzhaft und unerträglich“, betonte Häuser, der von 2011 bis 2017 Bürgermeister in Bad Nauheim war.

Die Wetterau verfüge als alte Kulturlandschaft über eine jahrhundertelange jüdische Tradition. Die Mikwe, das jüdische Frauenbad in Friedberg, sei nur eines, wenn auch eines der ältesten und bedeutendsten, Baudenkmäler, die Zeugnis ablegten vom reichen und vielfältigen früheren jüdischen Leben in Wetterauer Städten und Gemeinden. „Unsere historische Entwicklung, in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, ist eine Gemeinschaftsleistung, die ohne das herausragende Wirken, Können und Wissen der Bevölkerung jüdischen Glaubens undenkbar gewesen wäre“, betonte Häuser. Damit sei klar: Wer Jüdinnen und Juden in Deutschland angreife, greife die gesamte Gesellschaft an.

In seiner Pressemitteilung wandte sich Häuser generell gegen den Missbrauch der sozialen Medien für die Verbreitung von Intoleranz und Ausgrenzung. „Meinungsfreiheit ist immer auch die Freiheit des anderen, und das bedeutet, dass Meinungen, mit denen man nicht übereinstimmt, toleriert werden müssen. Dies gilt allerdings nur, wenn sie nicht ihrerseits durch Hass und Hetze die Grundrechte Andersdenkender verletzen“, so Häuser. Eine demokratische pluralistische Gesellschaft biete den großen Vorteil, dass jede*r seine/ihre Meinung vertreten könne, wenn er/sie dies in Respekt vor dem Andersdenkenden tue. Hass und Hetze seien jedoch das Gegenteil von Respekt und Toleranz.

Antisemitischer Hass sei keine Meinung, sondern eine Straftat, und Straftäter bekämen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren. „Wir sind dankbar für die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland und empfinden sie angesichts der Vergangenheit unseres Landes als wertvolles Geschenk. Jüdisches Leben ist ein Gewinn für unser Land. Es muss sichtbar, und es muss vor allem selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein“, erklärte Häuser abschließend.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag