Nur ca. 1,5 Prozent des Budgets einer gesetzlichen Krankenkasse entfällt auf den Bereich der Rehabilitation, mit entsprechenden Konsequenzen für die vergleichsweise geringe Durchsetzungskraft der Interessen von Reha-Kliniken, wie Jochen Hahn, Geschäftsführer der Park-Klinik Bad Nauheim, in einem Gespräch mit dem CDU-Bundestagskandidaten Armin Häuser ausführte. Gemeinsam mit Verwaltungsleiterin Gülcan Yazan forderte Hahn von der Politik unter anderem eine gesetzliche Grundlage für die Sicherung des bedarfsgerechten und frühzeitigen Zugangs zu Reha-Leistungen nach medizinischen Kriterien. Auch sollten sich künftig Patient/innen jede geeignete Reha-Einrichtung mit Versorgungsauftrag auswählen können, ohne dafür Mehrkosten tragen zu müssen.

Als Fachklinik für Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung (AHB) in den Bereichen Orthopädie, Rheumatologie und Innere Medizin ist die Park-Klinik seit Jahrzehnten eine renommierte Adresse in der Region. Behandelt werden Patient/innen bei Erkrankungen der Gelenke und Wirbelsäule, nach Unfällen, einem chirurgischen Eingriff am Bewegungsapparat sowie nach Hüft- oder Knieprothesen-Operationen.

Noch zu Beginn der 1980er Jahre wurden in der Kurstadt Nauheim 30 Kliniken gezählt, 90 Prozent davon Reha-Kliniken unterschiedlicher Träger. Ein Drittel der Reha-Kliniken hat die durch die Gesundheitsreformen ab Mitte der 1980er Jahre verursachten starken Einschnitte überlebt. „Die zehn vorhandenen Kliniken sind für Bad Nauheim als Standortfaktor und Arbeitgeber eine wichtige Größe“, bestätigte Häuser, der die Badestadt aus seiner Bürgermeisterzeit bestens kennt.

An mehreren Beispielen schilderte Jochen Hahn die bürokratischen Hürden, die Antragsteller vor einer Genehmigung ihrer Reha-Maßnahme durch die zuständigen Reha-Träger nehmen müssen. Auch die zeitnahe Entlassung von Krankenhauspatienten scheitere oft an den bürokratischen Erfordernissen bei der Antragstellung und Genehmigung notwendiger Anschluss-Reha-Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. „Als Reha-Klinik übernehmen wir mit unserem kompetenten und bewährten Team eine unverzichtbare Rolle im Genesungsprozess erkrankter oder von Behinderung bedrohter Menschen. Ein Abbau von Bürokratie wäre gesamtgesellschaftlich dringend erforderlich“, appellierte Hahn an Häuser. Dieser versprach, die Anliegen auf- und mitzunehmen.

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