(jh) Im Rahmen ihrer Vorstandssitzung auf dem Hof der Familie Hess/Vogler in Altenstadt informierte sich der Kreisvorstand der Wetterauer Frauen Union (FU) über Haltung und Aufzucht von Milchkühen und der damit verbundenen, umfangreichen Arbeit auf dem Anwesen, das seit 1971 zwischen saftigen Wiesen im Feld zwischen Altenstadt und Stammheim residiert. Interessiert betrachteten die Frauen die 85 Milchkühe in ihren Boxen und deren Nachzucht, hörten erstaunt, dass nur die weiblichen Kälber auf dem Hof bleiben, während die männliche Nachzucht an einen Mastbetrieb geht. Jede Kuh gibt pro Jahr etwa 8.200 Liter Milch.

Die FU ließ sich von Daniela Vogler das aus eigenem Anbau stammende Futter erklären, betrachtete die Silos und die landwirtschaftlichen Maschinen. Neben dem Milchviehbetrieb bearbeitet die gelernte Landwirtschaftsmeisterin Vogler, die bereits in der dritten Generation mit ihrem Mann Michael und der Unterstützung ihrer Eltern und den drei Söhnen den Hof bewirtschaftet, auch noch 150 ha Land auf dem neben den 35 ha Wiesen, Wintergerste, Winterweizen, Mais und Raps angebaut wird. Der Mais wird hauptsächlich als Futter verwendet. "Was übrig bleibt, das kommt in die Biogasanlage", erklärte Vogler. Das Getreide wird mit einem eigenen Mähdrescher geerntet, andere Maschinen werden bei einem Lohnunternehmer geliehen, für den der Hof ebenfalls tätig ist, berichtete Vogler ihren Gästen. Mit großer Achtung hörten die Frauen, dass Daniela Vogler über einen LKW-Führerschein verfügt, der sie berechtigt einen Schlepper zu fahren. Sie sei genauso im Feld unterwegs, wie ihre Männer, erklärt sie augenzwinkernd.

Die Voglers ernähren sich relativ autark. Gemüse liefert der umfangreiche Garten, durch Hausschlachtung versorgt man sich mit Fleisch und Wurst. Besonders der jüngste Sohn zeigt bereits großes Interesse an der Arbeit auf dem Hof.

Momentan sei der Grundpreis für einen Liter Milch mit 30 Cent recht gut, so Vogler, dennoch müsse man über die Zukunft des Hofes und die Herausforderungen an eine moderne Landwirtschaft nachdenken. Mit einem Betriebsberater prüfen Voglers derzeit ihre Möglichkeiten. Daniela Vogler, die sich für die Herstellung von Käse interessiert, könnte sich einen eigenen Hofladen mit Selbstvermarktung vorstellen. Natürlich hänge das auch davon ab, welche Berufe ihre Söhne ergreifen würden, auf deren Hilfe sie angewiesen seien, so Vogler.

Die Damen der Frauen Union waren beeindruckt von dem Milchviehbetrieb, in dem umweltfreundlich und den Tierschutz beachtend produziert wird und der vor großen Herausforderungen steht.

Jutta Heck

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