„Das Jugendgästehaus in seiner Form von 2015 wieder zu eröffnen macht aus unserer Sicht wenig Sinn“, kommentiert Dirk Vogel, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, den im Jugendhilfeausschuss des Wetteraukreises abgestimmten Antrag, schnellstmöglich „Hubertus“ in Butzbach wieder als Jugendgästehaus zu betreiben. Es sei nötig, alternative und neue Konzepte mit allen Beteiligten zu erörtern. „Dazu zählen aus unserer Sicht neben den Schulen auch die Verbände und Kirchen, die eingebunden werden sollen“, führt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Patrick Appel weiter aus.

„In den Ausschusssitzungen wurde immer wieder auf vorhandene Nutzungskonzepte hingewiesen. Diese müssen nun aus den Schubladen geholt und besprochen werden“, so Vogel weiter.

In einer Umfrage, die der Wetteraukreis den Schulleitungen von Seiten des Jugendhilfeausschusses zukommen ließ, seien andere Voraussetzungen geschaffen worden. „Der jetzige Beschluss des Jugendhilfeausschusses beinhaltet nicht die Umfrage, bei der von einem vollkommen neu konzipierten Jugendgästehaus die Rede ist“, so Vogel und weiter: „Wir fragen uns, was man unter dem neu konzipierten Jugendgästehaus versteht, wer eingebunden wird und wie hoch die Kosten für die Sanierung und die Modernisierung der vorhandenen Substanz sein werden.“

Zum Vergleich diene das Jugendgästehaus des Landkreises Groß-Gerau in Gedern/Ober-Seemen, das mit über vier Millionen Euro im Laufe der letzten Jahre modernisiert wurde. „Jugendgästehäuser in der aktuellen Form von Hubertus sind nicht mehr in Mode. Hier müssen neue Konzepte und Ideen gemeinsam mit allen Betroffenen gesammelt werden. Auch ist es außergewöhnlich, dass ein Landkreis noch ein solches JGH bewirtschaftet. Nur noch vier Kreise in ganz Hessen betreiben ein Haus im eigenen Landkreis“, so die Christdemokraten in ihrer Pressemitteilung.

Dabei weisen sie auch auf die Kosten hin. „Der zuständige Fachbereich schätzt die Kosten zur Inbetriebnahme auf rund 400.000 Euro, ohne dass die Raumbedarfe dabei auf die heutige Nutzung angepasst sind. Hier müssen die Kosten mit dem Nutzen in einem sinnigen Verhältnis stehen!“ Auch die vorhandenen „Nurdachhäuser“ können durch die erheblichen Baumängel nicht mehr in Betrieb genommen werden und müssten ersetzt werden.

„Hubertus kann nicht von heute auf morgen eröffnet werden, ohne vorher erhebliche Instandsetzungsmaßnahmen getroffen zu haben“, so die Christdemokraten abschließend.

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