Kritik äußern, ohne dabei ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen: Das ist das Konzept der neuen „Klartext-Tour“ des Generalsekretärs der CDU Hessen, Manfred Pentz. Unter dem Motto „Jetzt redet Ihr!“ besucht er bis Jahresende alle hessischen CDU-Kreisverbände, um sich der Kritik der Basis zu stellen.

Im Fokus der „Klartext-Tour“ steht die Meinung der Mitglieder. Was läuft ihrer Ansicht nach richtig? Wo muss nachgebessert werden? Welche Themen kann und muss die CDU in den kommenden Monaten und Jahren in Angriff nehmen? Der Name der Veranstaltung ist Programm – die Mitglieder sollen Klartext reden.

Attraktiven Wohnraum schaffen

Der Tour-Auftakt, der jüngst in Bad Vilbel stattfand, war vielversprechend: Rund 30 Mitglieder folgten der Einladung des Generalsekretärs in den „Blauen Salon“ der Hassia Mineralquellen. Und die Bandbreite der Themen, die die Mitglieder der CDU Wetterau ansprachen, war groß.

„Wie können wir die CDU für ein jüngeres Publikum attraktiver machen?“, fragte etwa ein Mitglied in die Runde. In der anschließenden Diskussion entstanden einige Ideen, die der Generalsekretär und der örtliche Landtagsabgeordnete und Stadtverbandsvorsitzende Tobias Utter mitnehmen konnten. Doch auch die Themen Verkehr, bezahlbarer Wohnraum und Digitalisierung beschäftigen die Besucher. „Auf dem Land fehlt die nötige Infrastruktur, um dort attraktiven Wohnraum für die Bevölkerung zu schaffen“, kritisierte ein Mitglied. Die Stadt- und Landraumplanung müsse noch enger mit dem Ausbau des Straßen- und Schienennetzes verknüpft werden. Eine weitere Forderung: „Digitalisierung und Mobilität müssen enger miteinander verzahnt werden.“

ÖPNV muss flexibler werden

Für Unverständnis sorgen zudem langwierige Großbauprojekte wie der Riederwald-Tunnel. „Darüber wird seit 30 Jahren diskutiert. Es passiert aber nichts. Das dauert viel zu lange“, monierte ein Besucher. Der ÖPNV müsse ebenfalls flexibler werden: „Heutzutage gibt es die klassischen Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr nicht mehr. Bus und Bahn sind aber noch immer auf genau diese Zeiten zugeschnitten“, so die Kritik. „Wir müssen auch an Nacht- und Schichtarbeiter denken, von denen es inzwischen mehr als genug gibt.“

Viele Mitglieder nutzten auch die Feedback-Karten, die auf jedem Platz auslagen: Dort konnten sie – auf Wunsch auch anonym – positive wie negative Anmerkungen loswerden. Sie werden im Laufe der Tour gesammelt und ausgewertet.

Generalsekretär Manfred Pentz dankten den Mitgliedern für ihre ehrliche und dennoch konstruktive Kritik: „Das war eine starke Auftaktveranstaltung in Bad Vilbel. Ich nehme viele Anregungen mit nach Wiesbaden. Ich freue mich darauf, in den kommenden Monaten auch mit den anderen Kreisverbänden ins Gespräch zu kommen.“

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