„Das Naturkinderland ist ein wunderbarer Ort für Kinder mit einem zeitgemäßen pädagogischen Konzept, das Kinder auch einfach mal Kinder sein lässt“, so die Landtagsabgeordnete und hessische Staatsministerin Lucia Puttrich nach ihrem Besuch des Bauernhofkindergartens in Stockheim.

Mit dem im Mai 2013 eröffneten Naturkinderland haben sich Justine Heinlein, Isabella Drung und Eileen Diehl einen lang gehegten Traum erfüllt. Insgesamt 23 Kinder im Vorschulalter betreuen die drei Frauen, die zugleich Leiterinnen und Kinderpädagoginnen sind, an fünf Tagen die Woche jeweils von 7.30 bis 13 Uhr. Unterstützt werden sie dabei von Ergotherapeut Philipp Bommersheim. Die Kinder sind täglich in freier Natur und helfen bei vielen Tätigkeiten rund um den Lern-Bauernhof aktiv mit. Sie versorgen Kater Hugo, Hündin Murmel, einige Hasen, Ponys und Hühner, kümmern sich um das Gemüsegärtchen, die Streuobstwiese oder toben im großen Spielgarten. Bei schlechtem Wetter geht es rein in den geräumigen Schutzraum. Wie Heinlein erklärte, komme der Kindergarten ganz ohne Zäune aus, denn „keine Zäune bedeuten nicht, dass es keine Grenzen gibt. Kinder verstehen und akzeptieren Grenzen auch ohne optische Schranken.“

„Dass das Konzept auf großen Zuspruch bei Familien stößt, zeigt die steigende Nachfrage. Eine vielfältige Betreuungsstruktur ist wichtig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen von Familien und Eltern gerecht werden zu können. Der Erlenhof sorgt für glückliche Kinder und Eltern“, ist sich Puttrich sicher.

Das pädagogische Konzept der Einrichtung wurde eigens von Drung unter dem Titel „Aktive Konflikt- und Emotions-Begleitung“ entwickelt und bereits an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und diversen Erzieher-Fortbildungen vorgestellt. Kinder sollen lernen auf Gegebenheiten zu reagieren, äußere Einflüsse aufzunehmen und zu verarbeiten, um so Sicherheit und Verständnis im täglichen Umgang mit Konflikten und Grenzverhalten zu erlernen. „Im Erleben von Tieren und Natur erfahren Kinder sich und ihre Umwelt unmittelbar und entwickeln so ein Bewusstsein für die Abläufe in der Natur und übernehmen Verantwortung für sich und ihr Umfeld“, wie Heinlein und Diehl erläuterten und weiter: „Es ist wichtig Emotionen zuzulassen. Deswegen begleiten wir die Kinder ohne sie zu bevormunden und lassen Raum für freies Spiel, das die Fantasie anregt und Sozialkompetenz entwickelt.“

Angesprochen auf die aktuelle Problematik, dass auch im Wetteraukreis in vielen Kitas nicht alle Stellen besetzt werden können, weil geeignete Bewerber fehlen, sprach sich Puttrich für eine Straffung der Erzieher-Ausbildung aus, um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Es sei nicht mehr zeitgemäß, dass eine Erzieher-Ausbildung fünf Jahre andauere.

Der nächste Traum, den sich Heinlein, Drung und Diehl vielleicht irgendwann erfüllen: Die Gründung einer Bauernhofschule.

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