Auf Einladung der Einrichtungsleiterin Manuela Kirchhof war die CDU-Landtagsabgeordnete, Staatsministerin Lucia Puttrich bei der Tagespflege-Einrichtung „Glückstag“ im Niddaer Stadtteil Eichelsdorf zu Gast, um sich über das Konzept und aktuelle Herausforderungen in der Tagespflege zu informieren.

Die im August 2017, mit großer Unterstützung der Familie, eröffnete Einrichtung kann bis zu zwölf Tagespflegegäste betreuen und richtet sich an ältere und demenzkranke Menschen. Die Gäste stammen aus Nidda und seinen Ortsteilen sowie zum geringeren Teil auch aus dem Vogelsbergkreis. Neben der pflegerischen und medizinischen Betreuung ist dabei die Entlastung der pflegenden Angehörigen ein Hauptziel. „Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn pflegende Angehörige auch mal Zeit für sich brauchen, ob zum Arbeiten, zum Einkaufen oder eben auch einfach mal zum Durchatmen. Die Pflege eines Menschen ist ein anstrengender Fulltimejob für Familien, bei dem wir gerne unterstützen und entlasten möchten“, so Kirchhof.

Täglich von 8 bis 16 Uhr ermöglichen die drei Mitarbeiterinnen rund um Manuela Kirchhof ihren Tagesgästen eine abwechslungsreiche und alltagsstrukturierende Betreuung. Einen Fernseher sucht man vergebens, denn unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ liegt den Mitarbeiterinnen vor allem die Beschäftigung in der Gemeinschaft am Herzen. Nach einem gemeinsamen Frühstück wird so zum Beispiel in Gruppen gespielt, gebastelt, gebacken, gesungen oder Gymnastik gemacht. Eine enge Zusammenarbeit herrscht auch mit vielen Institutionen und Vereinen aus Nidda und Umgebung. Besonders gerne gesehene Gäste sind so die Kinder des Borsdorfer Kindergarten oder der einjährige Labrador der Leiterin. Das gemeinsame Mittagessen kommt, wenn nicht gemeinsam selbst gekocht wird, aus dem benachbarten Gasthaus „Frankenstube“.

„Große helle Räume, Barrierefreiheit, ein Hol- und Bringdienst sowie engagierte und hochmotivierte Mitarbeiterinnen, denen das Wohl ihrer Gäste so sehr am Herzen liegt, das ist etwas ganz Besonderes. Frau Kirchhof und ihr Team leisten hier keine reine Betreuung, sondern eine Aktivierung der Seniorinnen und Senioren, die sich hier wie einem zweiten zuhause fühlen können“, sagte Puttrich, die betonte, dass die Pflege in Deutschland ohne den hohen Einsatz von 1,2 Millionen Pflegekräften nicht zu bewältigen sei.

„Viele wissen leider nicht, dass es so etwas wie eine Tagespflege überhaupt gibt oder die Hemmschwelle ist groß, seine Angehörigen in andere Hände zu geben. Dabei sind unsere Betreuungszeiten von einem bis zu fünf Tagen in der Woche flexibel und unsere Gäste sind abends wieder Zuhause“, erklärte Kirchhof. Wichtig sei auch, dass die Krankenkassen für die Tagesbetreuung gesonderte Mittel zur Verfügung stellen, die nicht vom Pflegegeld abgehen. „So trägt die Krankenkasse die Kosten – je nach Pflegegrad – von circa 85 Prozent“, erklärte Kirchhof abschließend.

Die Einrichtung lädt regelmäßig zum Tag der offenen Tür oder organisiert kostenlose Schnuppertage für interessierte Personen. Weitere Informationen:
https://glueckstag-tagespflege.jimdo.com

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