Gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Jan Weckler statteten Mitglieder des Fraktionsarbeitskreises Soziales der CDU im Wetterauer Kreistag der Justizvollzugsanstalt in Rockenberg einen Besuch ab, um sich über den Alltag in einer der ältesten Strafanstalten in Deutschland zu informieren. Empfangen wurden die Christdemokraten dabei vom Koordinator des Sozialdienstes und zuständigen Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit Mario Watz.

Wie Watz erklärte, umfasst die Rockenberger JVA rund 190 Haftplätze, von denen aktuell 150 belegt sind, und ist zuständig für den Vollzug der Jugendstrafe und der Untersuchungshaft bei männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden im Alter von 14 bis 21 Jahren. Im allgemeinen Durchschnitt verbringen Strafgefangene rund 18 Monate in der Einrichtung, die hessenweit die einzige für unter 18jährige ist. Dabei sorgen rund 160 Mitarbeiter, davon 93 im allgemeinen Vollzugsdienst, vier Psychologen sowie sieben Lehrkräfte, für einen reibungslosen Ablauf innerhalb der Einrichtung. „Rund 30 Sozialarbeiter, davon 26 in Vollzeitbeschäftigung leisten eine hervorragende sozialarbeiterische Betreuung der Gefangenen“, zeigt sich der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dirk Vogel, überzeugt.

Neben den Ausbildungswerkstätten konnten die Christdemokraten auch einen Blick in die Wohngruppen der Hafthäuser werfen und wurden von einem Vollzugsbeamten über den Tagesablauf samt Schule und Ausbildung informiert. Grundsätzlich sind die Gefangenen in Einzelhafträumen untergebracht, dabei bilden acht bis zehn Personen eine Wohngruppe, die von einem festen Erziehungsteam aus Sozialarbeitern und Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes betreut werden.

Insbesondere das breite Angebot an Aus- und Weiterbildung in der Einrichtung überraschte die Christdemokraten: Neben handwerklichen Berufsausbildungen wie Bäcker, Koch, Kfz.-Mechatroniker, Maler und Lackierer, Maurer, Metallbauer und Tischler bietet die JVA ihren Insassen umfangreiche schulische Ausbildungsmöglichkeiten. Sehr erfolgreich beteiligt sich die Rockenberger Einrichtung derzeit am Pilotprojekt ELIS (kurz für: „Elektronisches Lernen im Strafvollzug“), einem Angebot für digital unterstützten Unterricht in Justizvollzugsanstalten. „Durch zahlreiche Ausbildungsmaßnahmen und schulische Abschlüsse bietet die Rockenberger JVA den jungen Strafgefangenen zahlreiche Chancen auf eine erfolgreiche Resozialisierung. Eine höchst vorbildliche Einrichtung. Die Gefangenen erhalten damit eine Perspektive, nach der Haftentlassung ein Leben jenseits der Kriminalität zu führen. Letztlich liegt es aber in der Hand jedes Einzelnen, ob er diese vielfältigen Chancen, die hier geboten werden, auch nutzt“, so der Erste Kreisbeigeordnete Jan Weckler.

Als besonders wichtig für die Zeit nach der Haft bezeichnete Watz auch das 2005 im Auftrag des Hessischen Justizministeriums entwickelte Mentoring-Programm ArJus (kurz für: „Arbeitsmarktintegration für jugendliche Strafentlassene“) zur Resozialisierung entlassener Strafgefangener. Unter Federführung der Justizvollzugsanstalten Rockenberg, Wiesbaden und Frankfurt/M. wird ein landesweites ehrenamtliches Mentorennetzwerk aufgebaut, um Resozialisierung zu erleichtern und zu fördern. Dabei unterstützt ArJus Strafentlassene vor und nach der Entlassung bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, um ihnen eine dauerhafte und gesicherte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

„Der Besuch hat uns einen äußerst interessanten Einblick in den Tagesablauf einer Strafvollzugseinrichtung gegeben. Die von der JVA gebotenen Möglichkeiten, die den Jugendlichen und Heranwachsenden neben dem Gefängnisalltag und der Verbüßung ihrer Haftstrafen geboten werden, sind vorbildhaft“, so die Christdemokraten abschließend.

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