(jh) Die Frauen Union der CDU Hessen lehnt die Vollverschleierung ab. Auf Antrag des FU-Kreisverbandes Wetterau sprach sich der Landesdelegiertentag der CDU-Frauenorganisation in Bad Camberg für ein generelles Verbot aus.

„Die Vollverschleierung steht nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein frauenverachtendes Menschenbild sowie für Abgrenzung und fehlende Bereitschaft zur Integration. Diese extreme Abschottung passt nicht zu unserer offenen Gesellschaft“, erklärte die Wetterauer Kreisvorsitzende Jutta Heck im Namen des Vorstandes der FU Wetterau auf dem Landesdelegiertentag in Bad Camberg.

Burka und Niqab stünden im Widerspruch zur Gleichberechtigung und vermittelten ein abwertendes Frauenbild. Die Vollverschleierung sei nicht nur ein Symbol der Diskriminierung von Frauen, sie beeinträchtige auch die direkte zwischenmenschliche Kommunikation, verhindere die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Eine öffentliche Auseinandersetzung über integrationsfeindliche Symbole und Integrationshemmnisse mit dem Ziel, die Gleichberechtigung und die Achtung der Würde aller in Deutschland lebenden Frauen durchzusetzen, sei unbedingt nötig, so Heck.

„Wenn wir es nicht tun, überlassen wir dieses Thema anderen, die es aus populistischen und menschenverachtenden Gründen aufgreifen, z.B. auch um Migranten auszugrenzen. Wenn wir die Vollverschleierung nicht verbieten, tolerieren wir ein frauenverachtendes Menschenbild und unterstützen die Meinung derer, die gern mehr Burka- und Niqab-Trägerinnen sehen würden. Das wäre falsch verstandene Toleranz.“

Die FU wolle nicht Ängste schüren, sondern nehme die Ängste, die in der Bevölkerung bestünden, ernst. Gleichzeitig würden wir in breiten Bevölkerungsschichten den Eindruck erwecken, wir hätten auf diese brisanten Fragen keine überzeugenden Antworten.

Es müssten Strategien entwickelt werden, um Frauen zu stärken, damit sie ihre Rechte wahrnehmen könnten. Dabei gehe es auch um die Einstellungen hinter dem Schleier und in den Köpfen der Männer, die ihren Frauen die Verschleierung und ihre Vorstellungen vom Zusammenleben von Mann und Frau aufzwingen, betont Heck. Ihr sei klar, dass die Umsetzung erhebliche Anstrengungen verlange und dies nicht von heute auf morgen durchzusetzen sei. Das Integrationsgesetz sei erst der Anfang. Das Verbot der Vollverschleierung ein weiterer Schritt.

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