Im Rahmen der von der Bundes-CDU ausgerufenen Aktionswoche „von Schabbat zu Schabbat – Gemeinsam gegen Antisemitismus“ waren Mitglieder des Kreisvorstandes der Wetterauer Union vergangenen Freitag zu Gast bei der jüdischen Gemeinde in Bad Nauheim. Mit dabei waren neben der Kreisvorsitzenden und CDU-Bundesvorstandsmitglied Lucia Puttrich auch die Landtagsabgeordneten Norbert Kartmann und Tobias Utter. Empfangen wurden die Christdemokraten vom jüdischen Gemeindevorsitzenden Manfred de Vries in der 1927 in der Karlstraße errichteten Synagoge.

Wie die CDU-Kreisvorsitzende Puttrich erläuterte, steht das aktive jüdische Leben in Deutschland als unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft im Mittelpunkt der Aktionswoche der CDU. Gleichzeitig will man vor dem Hintergrund antisemitischer Übergriffe gemeinsam ein Zeichen der Solidarität mit jüdischen Mitbürgern setzen. „Die freie Ausübung der Religion ist geschützt und für uns ist dabei ganz klar: Antisemitismus wird immer auf den entschlossenen Widerstand der CDU treffen“, so Puttrich.

De Vries erläuterte seinen Gästen, dass es aktuell 109 jüdische Gemeinden in Deutschland gibt. Die Bad Nauheimer Gemeinde umfasst rund 300 Gläubige und organisiert für diese regelmäßige Gottesdienste, Feste, Seminare, Kurse, Ausflüge sowie zahlreiche Veranstaltungen. Rund 80 Prozent der Gemeindemitglieder stammen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, den so genannten GUS-Staaten. Damit jeder den in Hebräisch gehaltenen Gottesdiensten folgen kann, erfolgen diese anhand übersetzter Gebetsbücher. „Integration kann nämlich auch über die Religion erfolgen, dafür muss man aber verstehen, was überhaupt in den Gebeten geschrieben steht“, so De Vries, der die vier, teilweise hunderte Jahre alten und von mutigen Bad Nauheimer Bürgern über die Kriegszeit geretteten Tora-Rollen präsentierte.

Im Rahmen des Gesprächs lobte De Vries die gute Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern des Wetteraukreises und freute sich über den Besuch der Christdemokraten und des ehemaligen Bad Nauheimer Bürgermeisters Armin Häuser. Die Anwesenden waren sich im Anschluss an den Besuch einig: Jede Religion verdient Respekt und Begegnungen sowie gegenseitiges Kennenlernen bauen Vorurteile ab. Antisemitismus ist ein Virus, der über Jahrzehnte weitergegeben wurde und den es zu bekämpfen gilt.

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