CDU-Nachwuchs diskutiert mit Umweltministerin Lucia Puttrich und Bürgermeister Guido Rahn
Karben. Mit Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) und Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU) diskutierte die Junge Union Wetterau über die Energiewende und die Frage, welchen Beitrag die Kommen leisten können. Mehr als 60 Gäste waren der Einladung der CDU-Nachwuchsorganisation in die Karbener Gaststätte "Bei Anna" gefolgt und erlebten einen informativen Abend.
Das Karbener Motto "Mit Energie Voran" nahm Bürgermeister Rahn zum Anlass, den versammelten Gästen die Energiepolitik seiner Stadt vorzustellen. "Unser Energiekonzept beruht auf einem breiten Mix verschiedener Erzeugungsformen", so Rahn. Karben habe das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Energieversorgung bis 2020 auf mindestens 30 Prozent zu steigern. Langfristig plane man, den Wert auf 100 Prozent zu erhöhen. Bürgermeister Rahn erläuterte, dass alleine die fünf Photovoltaikanlagen jährlich rund 284.000 kWh Energie erzeugen. Ergänzt wird der Energiemix Karbens noch durch den Bau einer Biogasanlage. Die neue Anlage versorgt etwa 5.000 Haushalte mit Strom und weitere 1.500 Haushalte mit Wärme. "Diese Größenordnung regenerativer Energie spart jährlich ca. 18.000 Tonnen CO2 im Strom- und Wärmeverbrauch der Haushalte", so Rahn. Hinzu kämen noch einmal Strom für 3.000 Haushalte aus dem Windpark Kloppenheim. "Wir wollen weiter in die Windenergie investieren und neue Standorte ausweisen. An diesen Projekten wollen wir auch die Bürger beteiligen", so Rahn.
Umweltministerin Puttrich wies darauf hin, dass für Windkraftanlagen, Stromtrassen und andere notwendige Maßnahmen die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger vor Ort vorhanden seien müsse. Dies könne unter anderem dadurch erreicht werden, dass sich die Bürger finanziell an Neubauten beteiligen. Als wichtigen Schritt zu diesem Ziel benannte Puttrich den Hessischen Energiegipfel, der von Ministerpräsident Volker Bouffier im April ins Leben gerufen wurde. Mit der Einberufung dieses in Deutschland einmaligen Energiegipfels sei ein breiter gesellschaftlicher Konsens erreicht wurden. Ziel des Energiegipfels sei es gewesen, einen Prozess anzustoßen, der zu einer sicheren, umweltschonenden bezahlbaren und gesellschaftlich akzeptierten Energieversorgung für alle hessischen Bürger und Unternehmen führen sollte. Alle politischen und gesellschaftlich relevanten Gruppen wurden in den Diskussionsprozess eingebunden. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in Hessen bei Strom und Wärme bis zum Jahr 2050 möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken", so Puttrich.
Die Kommunen seien neben der Energiewirtschaft das "Rückgrat der Energiewende" in Hessen, so der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Sebastian Wysocki. Neben der Strom- und Wärmeerzeugung bilde die Steigerung der Energieeffizienz und Energiesparmaßnahmen einen weiteren wichtigen Bestandteil eines energiepolitischen Gesamtkonzepts. Rund 60 % des Energieverbrauchs werden für Raumheizung und Warmwasserbereitung verwendet. Die Junge Union werde sich im Wetteraukreis dafür einsetzen, durch den Einsatz effizienter Heizungssysteme und moderner Gebäudedämmtechniken den Energieverbrauch öffentlicher Gebäude auf ein Minimum zu reduzieren. Der verbleibende Energiebedarf müsse auf absehbare Zeit durch regenerative Energien gedeckt werden. "Der Erfolg dieses Abends zeigt uns, dass wir mit unserem Veranstaltungskonzept 'Politik & Ebbelwoi' ein attraktives Format für Jung und Alt geschaffen haben. Wir wollen mit spannenden Diskussionen, interessanten Referenten und der Einbindung der Besucher das Interesse der jungen Generation an politischen Themen stärken", so Wysocki abschließend.