Der Butzbacher Alexander Kartmann ist von der CDU-Kreistagsfraktion mit einem überzeugenden Ergebnis zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Bei 27 anwesenden Mitgliedern der 29-köpfigen Kreistagsfraktion wurde er mit 26 Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.
A. Kartmann, der stellvertretender Vorsitzender der Wetterauer CDU ist und in den letzten fünf Jahren dem Kreistag angehörte, folgt auf Konrad Dörner, der nicht mehr für den Kreistag kandidierte. Der 35-jährige Magister der Geschichte und Politikwissenschaft ist als Projektmanager in einem Energieunternehmen tätig. Sein politischer Schwerpunkt war die Kommunalpolitik in Butzbach, wo er in der vergangenen Wahlperiode als Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion fungierte und in einer Koalition mit der SPD stand.
Er freue sich, so Kartmann, dass ihm die CDU-Fraktion ein so breites Vertrauen entgegengebracht habe. Dies gebe den notwendigen Rückhalt für die kommenden Herausforderungen. Viel wichtiger sei dieses Ergebnis jedoch nicht mit Blick auf den Fraktionsvorsitzenden, sondern für die Wetterauer Union im Gesamten. Kartmann: „Das Ergebnis sowie die einstimmige Nominierung durch den Kreisvorstand zeigen, dass die CDU geschlossen steht, sowohl hinter Personen als auch zu ihrem Programm. Die Menschen wollen Stabilität, Verlässlichkeit und klare Positionen. Dies werden Sie von der CDU bekommen.“
Darüber hinaus, so Kartmann weiter, sei die CDU-Kreistagsfraktion hervorragend aufgestellt. Dies gelte einerseits in fachlicher Hinsicht, spiegele sich aber auch in der personellen Zusammensetzung. Viele Kreistagsabgeordnete aus den verschiedensten Altersklassen und Berufen fänden sich in der Kreistagfraktion wieder.
Ganz besonders freue es ihn, dass mit derzeit elf Frauen das selbstgesteckte Quorum von einem Drittel übererfüllt sei und dass auch alle der unter den Top 30 platzierten Kandidaten der Jungen Union den Einzug in den Kreistag geschafft hätten.
Kartmann: „Wir haben eine tolle, qualifizierte Mannschaft, die die verschiedenen Aufgabenfelder in der Kreispolitik hervorragend abdecken kann. Selbst von den jungen Leuten haben die meisten schon Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt.“ Gleichzeitig könne man auf eine ganze Reihe von erfahrenen Fraktionskollegen zurückgreifen, die über viele Jahre kommunalpolitisch tätig gewesen seien und sind, nicht zuletzt auch z.B. als Bürgermeister(innen).
Neben vielen Gesprächen rund um den zukünftigen Aufbau der CDU-Fraktion sei Kartmann bereits mit der Kreisvorsitzenden Puttrich und dem Ersten Kreisbeigeordneten Veith, in ersten Sondierungsgesprächen über mögliche Koalitionen im Kreis.
Grundsätzlich gelte, so Kartmann, dass man mit allen möglichen Partnern Gespräche führen werde, mit Ausnahme von den Linken und der NPD. Auch die Piratenpartei sei zunächst einmal außen vor. Sie müsse erst beweisen, dass ihr an konstruktiven und vor allem auch umsetzbaren Lösungen gelegen ist.
Die CDU habe als einzige Partei die Möglichkeit, Zweierbündnisse zu schließen. Aber auch die Einbeziehung eines dritten Partners für eine stabile Mehrheit sei eine Option. „Wir haben mit FDP und FWG erfolgreich und vor allem gemeinschaftlich zusammengearbeitet. Warum solle man gute Partner einfach so aufgeben“, so Kartmann weiter.
Als Partner einer der ganz wenigen großen Koalitionen in Hessen in den vergangenen fünf Jahren habe Kartmann in Butzbach durchaus gute Erfahrungen gemacht. Neben den Sachthemen sei es aber auch notwendig, dass es ein gewisses Maß an Vertrauen zwischen den handelnden Akteuren gebe. Durch die Art und Weise, wie aus den Reihen der SPD mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Oswin Veith umgegangen worden sei, wie auch nach den Attacken auf die CDU-Kreisvorsitzende Puttrich, gebe es bei dem Gedanken an eine große Koalition derzeit keine Begeisterungsstürme in der CDU-Fraktion.
Auch eine Koalition mit den Grünen schließe man in der CDU nicht aus. In vielen Politikfeldern und vor allem bei wirtschaftlichen Fragen sehe man großes Kooperationspotential. Es bleibe abzuwarten, inwieweit mit der, durch eine internationale umwelt- und energiepolitische Katastrophe in ihrer Anzahl und wohl auch in ihren Überzeugungen gestärkte Grünenfraktion, praktische Politik zu machen sein wird – vor allem mit Blick auf Energie und Verkehr (OVAG und VGO).
Kartmann abschließend: „Die CDU wurde als klar stärkste Kraft im Wetterauer Kreistag die Aufgabe übertragen, an einer Regierungsbildung mitzuwirken und die Politik in der Wetterau die nächsten fünf Jahre mitzugestalten. Dieser Herausforderung stellen wir uns und sind überzeugt, dies im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu tun.“
Schlagworte: Kreistag, Fraktion, Kommunalwahl 2011, Kreistagsfraktion, Alexander Kartmann