„Der Gedanke, den Anteil erneuerbarer Energien an der Strom- und Wärmeversorgung mit Hilfe der Organisationsform Genossenschaft zu fördern, begrüße ich ausdrücklich.“ Mit dieser Feststellung reagiert der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Dietz auf eine Presseveröffentlichung der Wetterauer Grünen.
Die vor 160 Jahren von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen ins Leben gerufene Unternehmensform sei auch heute noch hervorragend dazu geeignet, die unternehmerischen Kräfte der Menschen im Dorf zu bündeln, getreu Raiffeisens Motto „Die Groschen aus dem Dorfe dem Dorfe.“
Für viele Maßnahmen wie Energieeinsparung, Nahwärmenetze, Biogas-, Photovoltaik-, oder auch Windkraftanlagen (WKA) werde vor Ort durch die Beteiligung vieler Menschen im Dorf als Miteigentümer eine hohe Akzeptanz geschaffen.
Im Gegensatz zu den Grünen bevorzugt Dietz örtliche Genossenschaften, in denen jeder jeden kennt. Mit der Schaffung neuer Einkommensquellen könne ein neuer Geist in die Dorfgemeinschaft einziehen, der sich nach Erreichen der ersten Etappe neue Ziele setzt und bedeutend größere Vorhaben ins Visier nimmt. Hier sieht Dietz für die Zukunft große Chancen für die Menschen in der Wetterau und im Vogelsberg. Im Zusammenwirken von OVAG, Stadtwerken, Energiegenossenschaften, der Sparkasse Oberhessen und regionaler Volksbanken werde es möglich, mit regionalem Kapital und den Fördermöglichkeiten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz große Vorhaben zu stemmen, zu der eine dörfliche Gemeinschaft alleine nicht in der Lage sei.
Das gelte beispielsweise für WKA in der Größenordnung von drei bis sechs Megawatt, die Kapital in der Größenordnung von etlichen Mio. Euro erforderlich machten. Bei Investitionen könnten örtliche Genossenschaften bundesweit gemeinsam als Käufer auftreten und durch Großeinkäufe Preisvorteile erzielen. Es gebe schon die Beispiele, dass Bioenergiegenossenschaften ihren Mitgliedern für viele Jahre eine Dividende auf Anteile oder Zinsen für Kredite in Höhe von 5,5 Prozent garantieren. „Ein solches Ertragsniveau ist derzeit bei den Banken für sichere Geldanlagen schlichtweg nicht zu erzielen“, resümiert Dietz.
„Die Zeit der Theoretiker geht zur Neige. Wir brauchen jetzt Akteure, die Projekte auf die Beine stellen. Im Gegensatz zur Zeit von vor 160 Jahren, als die Menschen in den Dörfern überwiegend weder lesen, noch schreiben konnten, finden sich heute Fachleute aus technischen, kaufmännischen oder Unternehmensführungsbereichen, die sich in der Lage sehen, eine Energiegenossenschaft nicht nur zu gründen, sondern auch erfolgreich zum Nutzen ihrer Mitglieder und des Weltklimas zu führen“, ist sich Dietz sicher.